Samstag, 8. Dezember 2012

Zitatensammlung I

 Alles, was irgend zur Welt gehört und gehören kann, ist unausweichbar mit diesem Bedingtsein durch das Subjekt behaftet und ist nur für das Subjekt da. Die Welt ist Vorstellung.

Alles Wollen entspringt aus Bedürfnis, also aus Mangel, also aus Leiden.  

Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.

Auch wird man einsehn, daß, Dummköpfen und Narren gegenüber, es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet.

- Arthur Schopenhauer 


Statt dass der Mensch eine druchstrahlende Wesenheit, ein sonnenhaftes und funkelndes Dasein anstrebt, anstatt für sich selbst zu leben - nicht im Sinne von Selbstsucht, sondern von innerem Wachstum -, ist er zum sündigen und impotenten Knecht von draußen verfallen.

Um die moderne Welt zum Leben wachzurütteln, muss das Lob der Faulheit angestimmt werden, jener Faulenzerei, die innerliche Gelassenheit und ein alles duldendes Lächeln durchtränken.

Um Alles bringt uns diese Welt mit ihren Fesseln und ihrer stickigen Luft: außer um die Freiheit, Hand an uns zu legen; und diese Freiheit flößt uns eine derartige Kraft und einen solchen Stolz ein, daß wir der Last, unter der wir stöhnen, schließlich Herr werden.

Im Grunde sind alle Ideen falsch und absurd. Es bleiben nur die Menschen, so wie sie sind ... ich bin von jeder Ideologie geheilt.

- E.M. Cioran


„Mondsüchtig“ sind wir alle nur deshalb, weil uns dieser Körper Nacht für Nacht unsere eigene planetarische Zukunft vor Augen stellt und uns die verkratert-leblose Öde am Himmel aufzieht, an der auch die Erde dank unserer Militärs über kurz oder lang teilhaben wird. Beruhigend, sich vorzustellen, daß dann über den unverwüstlichen Astronautenfußstapfen im lunaren Staub ein neuer, größerer Mond aufgehen wird, auf dem die Spuren unserer Gattungsexistenz für immer getilgt sind.
Vom Mond ist der Anblick der Erde erträglich; mehr noch, ein Erdaufgang hat, darf man den mitgebrachten Fotos trauen, etwas rührend Pastorales. Grundlage dieses Affektes allerdings ist nicht, wie man annehmen könnte, ein sozusagen kosmisches Heimweh, sondern im Gegenteil die uneingestandene Erleichterung, entronnen zu sein.

Nacht für Nacht steigt der Mond über den Horizont und stellt uns in schroffer und makelloser Schönheit die irdische Nachgeschichte paradiesisch vor Augen. Ermannen wir uns! Überführen wir sein transzendentales Ideal in die sublumare Wirklichkeit! Vermonden wir unseren stoffwechselsiechen Planeten! Denn nicht bevor sich die Sichel des Trabanten hienieden in tausend Kraterseen spiegelt, nicht bevor Vor- und Nachbild, Mond und Welt, ununterscheidbar geworden sind und Quarzkristalle über den Abgrund einander zublinzeln im Sternenlicht, nicht bevor die letzte Oase verödet, der letzte Seufzer verklungen, der letzte Keim verdorrt ist, wird wieder Eden sein auf Erden

- Ulrich Horstmann

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